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Chronik - (von damals bis heute)

Rückblick: Von Bruno Lerbs bis Ernst Geyer


Es war einmal... - Sie haben richtig gelesen und es ist kein Märchen, denn am 19.Februar 1956 hatten Hauptlehrer Karl Schiffer, Matthias Ambrosius und Josef Klaas zu einer Gründungsversammlung ins Gasthaus Ertz-Pekart eingeladen. Die Versammlung fand eine sehr gute Resonanz und zwanzig junge musizierfreudige Männer im Alter zwischen 15 - 28 Jahren bekundeten ihr Interesse ein Blasmusikinstrument zu erlernen.

Zu dieser Versammlung war Bruno Lerbs, Zollbeamter am Zollamt Wittlich, eingeladen. Sein Musikstudium in Ostpreußen, seine Erfahrung als Blasmusiker bei der Deutschen Wehrmacht, aber nicht zuletzt sein überzeugendes, fachbezogenes Referat zum Aufbau und Führung einer Blaskapelle waren die Voraussetzungen, ihn als Dirigent zu engagieren.

Die Versammlung wählte einen vorläufigen Vorstand:
  • 1. Vorsitzender Hauptlehrer Karl Schiffer

  • 2. Vorsitzender Franz Stöber

  • 1. Kassierer Matthias Ambrosius

  • Schriftführer Karl Schiffer

  • Beisitzer Josef Klaas und Johann Dresen


Das erste Problem war gelöst und die zweite, scheinbar größte Herausforderung sollte die Finanzierung von zwanzig neuen Instrumenten sein. Im Verlauf der Diskussion liefen einige Bewerber nach Hause und suchten einen „Bürgen“ für die Beleihung von DM 200,- an den neu gegründeten Musikverein. Mit dem zusätzlichen Betrag von Gastwirt Pekart über DM 500,- addierte sich an diesem Abend die Gesamtsumme auf DM 4500,- für den Ankauf der neuen Instrumente. Es ist kein Geheimnis, dass der größere Anteil des „Kredits“ heute noch im Vereinsvermögen zu Buche steht. Der Liefertermin des Musikhauses Schellenberg Trier war für Mitte März terminiert. Herr Lerbs überbrückte die Zeit in der Notenlehre in der Schreinerwerkstätte Hayer, denn es hatten von den 20 jungen „Musikschülern“ nur drei Personen eine musikalische Vorbildung.

Nach Eintreffen der Instrumente, die im Vereinslokal ausgelegt waren, steigerte sich die Begeisterung. Die Instrumente glänzten und unsere Augen strahlten. Bruno Lerbs, der über großes Fachwissen verfügte, setzte bei der Verteilung gewisse Prioritäten, so dass nicht jeder sein Wunschinstrument erhielt. Seine Argumente überzeugten: „Du hast dicke Lippen, Du bekommst den großen Bass, Du hast eine schmale Lippe, Du bläst die Trompete, wer lange dünne Finger hat, der wird Klarinettist?!“ usw.

In den ersten Monaten war die Bergkegelbahn das Probedomizil und später das Vereinslokal. Es wurde fleißig geprobt, denn der erste Auftritt war das Hochzeitsständchen unseres Musikkollegen Jupp Schäfer am 18.April 1956! Hochzeitspaar und Hochzeitsgäste waren überrascht über das vorgetragene Ständchen: „Sah ein Knab ein Röslein stehn!“ Die Anekdote dieser musikalischen Ehrung erheitert heute noch: „Der Dirigent stand nicht vor der Blaskapelle, sondern dahinter und flüsterte einem Tubisten die Griffe der einzelnen Töne ins Ohr.“

Es wurden vor allem Choräle geübt, denn die Blaskapelle sollte bereits nach ca. 10 Wochen Probezeit die Fronleichnamprozession musikalisch begleiten. Ein Musikschüler „dachte laut“: „Dann haben wir nachher alle dicke Lippen!“ Der Dirigent machte einen Vorschlag: „Nehmt ein wenig Schnaps mit um die Lippen einzureiben, dass erzeugt einen sicheren und reinen Ton!“ Einige Musiker steckten sich einen “Flachmann“ in die Hosentasche. (Sakkos hatten wir keine) Die Flüssigkeit diente jedoch nicht nur zum Anfeuchten der Lippen ... sondern auch zum Trinken!

Das erste Stiftungsfest war für den 01. – 06. Mai 1957 geplant und der Musikverein Lüxem konnte sich an dem Gründungsfest nach intensiver Probenarbeit erstmalig in einem feierlichen Rahmen der Öffentlichkeit als ersten Kulturträger des Dorfes Lüxem vorstellen.

Im Trierischen Volksfreund vom 06. Mai 1957 war zu lesen:
“ Der Vorsitzende, Hauptlehrer Karl Schiffer überreichte allen Mitgliedern die Vereinsnadel. Wenn nun alle Mitglieder die Nadel des Vereins trügen, so sei das nicht nur ein äußeres Zeichen, sondern auch ein innerer Wert. Das Abzeichen soll stets Antrieb sein, dem Verein treu zu bleiben und an der Verwirklichung seiner Ziele und Ideale mitzuwirken. In Anerkennung besonderer Verdienste erhielten Matthias Ambrosius als „Vater des Musikvereins“ und Bruno Lerbs die goldene Vereinsnadel. Er habe es meisterhaft verstanden, aus dem Nichts einen Klangkörper von beachtlicher Leistung zu schaffen, weshalb ihm mit Matthias Ambrosius als dem Initiator der Gründung der besondere Dank gelte.“

Am 12. Januar 1958 veranstaltete der MVL einen Konzertabend mit einer kleinen nachträglichen Weihnachtsfeier. Zur Eröffnung spielte der MVL den „Priestermarsch“ aus der Zauberflöte. In der Folge brachten die Musiker weitere, mit glücklicher Hand ausgewählte Ouvertüren und Märsche zum Vortrag.

Das erste große Musikfest im schönen Wonnemonat Mai des gleichen Jahres, sollte für alle Gäste von nah und fern zu einem besonderen Erlebnis werden. „Bayrische Musiker beherrschten Lüxem“, so war zu lesen. Sie kamen aus Nußdorf am Inn, wo einige Jahre zuvor Bruno Lerbs als Dirigent tätig war. Sie musizierten in schmucker Tracht, mit Spielhahnfeder am Hut und boten ein großartiges Konzert, eine stimmungsvolle Unterhaltungsmusik und sorgten für eine dreitägige ausgelassene Zeltstimmung. Sie hatten mit ihrer gradlinigen Herzlichkeit sofort Kontakt gefunden und Freundschaften geschlossen, die in einzelnen Fällen heute noch Bestand haben.

Das Jahr 1959 begann mit einem Neujahrskonzert und die Termine im Veranstaltungskalender hatten ein ungeahntes Ausmaß angenommen. Konzerte, Fronleichnam- und Wallfahrtprozession, Festbesuche bei befreundeten Vereinen und die Anzahl der Hochzeitsständchen für die aktiven Musiker waren in den ersten 10 Jahren bemerkenswert: gleich fünfzehn Musikfreunde knüpften das Band der Ehe.

Zielstrebig und diszipliniert waren die Musikproben von Bruno Lerbs, der uns leider 1960 aus beruflichen Gründen verlassen musste. Seine neue Dienststelle war das Zollamt am Flughafen München-Riem. Als Nachfolger empfahl er uns Horst Koch aus Wittlich (1960 – 1973), der ebenfalls Militärmusiker war. Mit einem abwechslungsreichen Repertoire konnte er den übernommenen Leistungsstand noch verbessern.

Ende Mai 1961 gab es anlässlich unseres Musikfestes ein Wiedersehen mit den Musikfreunden aus Nußdorf und ihrem Dirigenten Bruno Lerbs. Nach diesem ereignisreichen „Volksfest“ bat mich Vorsitzender Hauptlehrer Karl Schiffer in einem persönlichen Gespräch seine Position zu übernehmen, das dann in der nächsten Generalversammlung bestätigt wurde.

Bei der Einführung von Pfarrer Jakob Mohr am 6. August 1961 spielte der MVL ein Begrüßungsständchen. Er blieb in seiner Zeit als Seelsorger in Lüxem-Flußbach ein guter Freund unserer Blaskapelle.

Anlässlich der Wittlicher Säubrenner Kirmes erhielten wir im August 1963 die erste Einladung zum konzertieren auf dem historischen Marktplatz. Der MVL ist seit dieser Zeit jährlich eine Bereicherung im Unterhaltungsprogramm der über die Landesgrenze bekannten Wittlicher Säubrenner Kirmes. In diesem Jahr begann man mit der Nachwuchsausbildung in kleinen Gruppen.

Am 12. Juni 1964 nahm der MVL am Wertungsspielen des Kreismusikverbandes in Dörbach teil und erreichte den ersten Rang mit 113 Punkten in der Mittelstufe.

Vom 18. - 20. Juni 1966 feierte der MVL sein 10. Stiftungsfest im Festzelt oberhalb der Schule (heute Kindergarten). Der Besuch von Bruno Lerbs, der unsere Einladung gefolgt war, ehrte uns sehr. Mit dem Marsch „Hoch Heidecksburg“, den er in seiner herausragenden Figur dirigierte, trug er zu einer heiteren Stimmung bei.

An diesem Fest hatte die erste Jugendkapelle des MV Lüxem mit ca. 20 Personen ihren ersten Auftritt.

Im Juli 1967 konnte der MV Lüxem als Veranstalter erstmalig die Lüxemer Kirmes zu einem Ereignis werden lassen. Sie liegt seitdem in seinen Händen mit einem steten, abwechslungsreichen Programm.

Zur Primizfeier unseres ehemaligen aktiven Mitgliedes Herbert Hoffmann, haben wir den Neupriester im August 1967 mit feierlicher Choralmusik zur Kirche geleitet und ihm abends am Elternhaus ein Ständchen gespielt.

Am 19. April 1970 fand im Kolpinghaus in Wittlich das zweite Wertungsspielen des Kreismusikverbandes statt, mit einem abermals ersten Rang in der Mittelstufe.

Ende 1970 begann man wieder mit der Werbung von Jugendlichen für die Nachwuchsarbeit in Lüxem und Flußbach.

Der Trierische Volksfreund schrieb am 23.09.1975:
„Als Hermann Hayer, unterstützt von seinem Vorstand, vor rund vier Jahren, nach fünfzehnjährigem Bestehen des Musikvereins Lüxem, zwei Versammlungen einberief, um Eltern und interessierte Kinder über Sinn und Zweck der Volksmusik aufzuklären und ihnen zu verdeutlichen, dass es wichtig sei, Nachwuchs heranzubilden, da hätte er nicht zu hoffen gewagt, dass sich eines Tages 26 Jungen und 19 Mädchen aus Lüxem und Flußbach zu einem musikalischen Klangkörper entwickeln würden, der mittlerweile bei weltlichen und geistlichen Anlässen seinen Stammplatz fand. Fünf Trompeten, vier Posaunen, fünf Tenorhörner, drei Es-Hörner, vier Baritons, drei Querflöten, fünfzehn Klarinetten, drei Saxophone und zwei Schlagzeuger sorgen dafür, dass Lüxem auch bei überregionalen Ereignissen bekannt ist“.

Alle Musikschüler erhielten an der am 01. Oktober 1968 neu gegründeten Kreismusikschule Bernkastel-Wittlich ihre musikalische Ausbildung. Fünf Musiklehrer des Städtischen Orchesters Trier und Ernst Neuwinger aus Bausendorf waren viele Jahre für die vorgenannte Institution mit beachtlichen Erfolg tätig, so das eine solide Ausbildung für unsere Schüler/innen gewährleistet war.

Das 15jährige Stiftungsfest feierten wir vom 05. – 07. Juni 1971 unter Mitwirkung des Kirchenchors Lüxem, Männerquartett und Blasorchester Wittlich und anderer befreundeter Vereine. Unter dem Motto: „Mit Bass und Posaune, immer guter Laune“, begrüßte der 1. Vorsitzende die Gäste und sagte u. a.: „Wir wollen bemüht sein, unseren Gästen im Zeichen echter Dorfgemeinschaft schöne Stunden bei Musik und Wein zu bieten, damit wir durch die Melodie zur „Harmonie“ finden.“ Anlässlich eines Ferienaufenthalts in Fröhnd/Schwarzwald hatte der Vorsitzende erste Kontakte zu dem dortigen Musikverein gesucht und einen Besuch zu unserer Dorfkirmes im Juli 1971 vereinbart, ebenso einen Gegenbesuch im Herbst des gleichen Jahres.

Am Dreikönigstag 1972 konnte sich die neu formierte 45-köpfige Jugendkapelle im voll besetzten Saal des Vereinslokals den Gästen erstmals vorstellen. Die Vorträge der Volkslieder und dem abschließenden Marsch „Der Jägerneuner“, die von dem 1. Vorsitzenden nach einem Jahr in Gesamtproben einstudiert waren, lösten einen lang anhaltenden Beifall aus. Musiklehrer und Leiter der Kreismusikschule, Herr Ehses, überbrachten die Grüße und beglückwünschte den Musikverein zu der erfolgreichen Zusammenarbeit.
Nach einer fröhlichen Moselfahrt besuchte uns zur Kirmes 1972 die holländische Musikvereinigung „Tienraijs Fanfare“, die in der obersten Klasse der Musikgesellschaften in Holland spielte.

Zur Kirmes 1973 waren unsere Musikfreunde aus Fröhnd bei Schönau wieder unsere Gäste. Der TV schrieb u. a.: „Zu Gast war die Original Schwarzwälder Trachtenkapelle aus Fröhnd bei Schönau. Alle Darbietungen fanden großen Anklang. Es lässt sich eben in Lüxem bei so viel Gastfreundlichkeit und bester Unterhaltung gut feiern.“ Es war ein großartiger, musikalischer Austausch mit familiären Verbindungen bis zum heutigen Tage.

Die Bemühungen, einen hoch qualifizierten Dirigenten zu finden, wurden von dem Trompetenlehrer der Kreismusikschule, Herrn Rose, unterstützt. Sein Vorschlag, Kammermusiker Ernst Geyer zu engagieren war ein Glücksfall. Anfang Februar 1974 fand die erste Probe mit Ernst Geyer statt. Wir waren eingefangen von Spannung und Konzentration. Seine präzisen Anweisungen kamen gezielt. Man kam sich vor wie ein Musikschüler der ersten Stunde. Mit ihm begann eine Blütezeit.

Im August d. J. besuchten wir unsere Freunde in Fröhnd. Die Zeitung „Oberes Wiesental“ schrieb u. a. „Urige Blasmusik auf der Fröhnd“. „Mit ihrem Repertoire, dass sich von den Titeln der klassischen Blasmusik bis zur modernen Unterhaltungsmusik erstreckte, gaben sie, hervorragend dirigiert von Ernst Geyer, eine Probe ihres Könnens. Durch stürmischen Beifall zeigte das Publikum immer wieder seine Begeisterung.“

Auf der Wittlicher Säubrenner Kirmes d. J. hatte die Jugendkapelle mit dem neuen Dirigenten ihren ersten Auftritt. Im Laufe der Jahre wurden Freundschaftsbanden geknüpft mit den Gastkapellen aus Holland: „Musikfanfare-Tienraiy“, „Blasorchester Willibrordus Neerkant“, „Joe-Miller-Big-Band“, „Die Original Maastaler“ und „Fanfare EMM Heijen“. Diese renomierten Orchester der Niederlande boten bei ihren Auftritten in Lüxem immer eine außergewöhnliche, musikalische Leistung. Gegenseitige Besuche haben die Freundschaft vertieft und die Musiker waren uns immer willkommene Gäste. 1975 besuchte unser Orchester die Musikfreunde in Tienraiy, die bei ihrem zweiten Besuch 1976 an unserem 20-jährigen Stiftungsfest mit ihren Darbietungen einen Sturm der Begeisterung auslösten.

Die Jugendkapelle nahm am 11. März 1976 am Kreisjugendmusikfest in Sehlem teil und das Seniorenorchester konnte am 11. April 1976 bei einem weiteren Wertungsspielen des Kreismusikverbandes in Wittlich in der Mittelstufe den ersten Rang erreichen.

Es bleibt für die Mitglieder des Jugendorchesters ein unvergessenes Erlebnis, als sie im Rahmen eines Ausfluges zum Bodensee auf einem Schiff in Friedrichshafen in der bekannten sonntäglichen SWF-Sendung „Hafenkonzert“ in der Liveübertragung mitwirkten.
Auf der Heimreise machten wir bei unseren Musikfreunden in Fröhnd auf dem Volksfest des Jahres einen Besuch. Die Badische Zeitung schrieb: „Den Auftakt beim Festkonzert am Sonntagnachmittag machte die Jugendkapelle aus Lüxem an der Mosel. Durch ihr frisches und ungezwungenes Auftreten, aber auch durch ihre erstaunliche Musikalität und ihren perfekten Vortrag, gewann sie beim Publikum rasch Sympathie und Bewunderung. Mit einem Querschnitt vorwiegend moderner Werke der Musikliteratur, entfaltete sie die ganze Breite ihres Könnens. Der begeisterte Beifall des Publikums galt insbesondere auch dem Leiter dieser Kapelle, Ernst Geyer, der es sichtlich versteht, jugendlichen Überschwang in musikalische Vitalität zu verwandeln.“

Herr Geyer formierte mit 10 Musikern dieser Jugendkapelle das „Eifel-Mosel-Echo“, das im Stil der Egerländer Musikanten musizierte. Höhepunkte dieser jungen Kapelle waren ebenfalls die Auftritte in den Sendungen des SWF-„Wer kann, der darf“ und beim Hafenkonzert „Gruß vom Bodensee“.

Inzwischen war das Seniorenorchester durch die Ergänzung von jungen Musikern personell und in seiner Leistung so gut besetzt, dass es zu allen anstehenden Wertungsspielen in der Oberstufe angemeldet wurde. Auch hier erreichte der Musikverein Lüxem beim 5. Wertungsspielen des Landesmusikverbandes Rheinland-Pfalz am 8.April 1984 in Bernkastel-Kues den ersten Rang mit der Note „sehr gut“. Die Chronik schreibt: „Obwohl der Musikverein Lüxem eine Spitzenstellung erreicht hatte, wurde die Jugendausbildung nicht vernachlässigt. Jährlich hat man Gruppen von Jungen und Mädchen für die Musik begeistert und über die Kreismusikschule oder von Musikern aus den eigenen Reihen ausgebildet.“

In den folgenden Jahren war der Musikverein auf allen Festen und Veranstaltungen auch über die engeren Heimatgrenzen hinaus immer ein willkommenes Gastorchester. Die Engagements in den Kurorten Bad Bertrich, Daun, Manderscheid und Bernkastel-Kues waren für die Musiker stets ein Erlebnis und eine Bestätigung als überregionales Spitzenorchester. Die Auswahl der Musikliteratur von Kammermusiker Ernst Geyer lag berufsbedingt in der Klassik. Unnachahmlich war seine freie Modifikation im Zeitmaß und entsprechend die musikalischen Vorträge aus Oper, Operette und Musical.

Der TV schrieb am 20. Mai 1980:
„Neues Domizil festigt Vereinsleben, das bei der Einweihungsfeier für den Musikverein Lüxem nach 18 Monaten Bauzeit und 3500 Arbeitsstunden in Eigenleistung der aktiven Musiker und inaktiven Mitglieder im Obergeschoss der alten Schule als Ausbildungsstätte übergeben wurde. Eine Leistung, die in hohem Maße Kameradschaft und Idealismus voraussetzt und insbesondere den vereinsinternen Handwerkern zu verdanken ist. Die neuen Räume sollten ein zentraler Ort sein, bei der Musik, Freude und Entspannung dominieren. Musik forme und bilde den Menschen, schlage Brücken über alle Grenzen. Die kirchliche Einsegnung nahm Pfarrer Jakob Mohr vor. Die Glückwünsche der Stadt Wittlich überbrachte erster Beigeordneter Thul und Ortsvorsteher Helmut Konrad schließt sich den Glückwünschen an und versprach dem Musikverein Lüxem weiterhin seine Unterstützung und die des Ortsbeirates. Vereinskollege Karl Schiffer bezeichnete Vorsitzenden H. Hayer als den Motor des Vereins und überreichte ihm einen Präsentkorb.“

Unter dem Motto „Musik aus Deutschen Landen“ repräsentierte der Musikverein Lüxem die Region Mittelmosel in Berlin.
Auf Einladung des Landesjugendverbandes Rheinland-Nassau hatte das Jugendblasorchester Lüxem die ehrenvolle Aufgabe übernommen, die Region Mittelmosel auf der Grünen Woche vom 23. - 28. Januar 1981 zu vertreten. Die Reiseteilnehmer konnten sich während einer Stadtrundfahrt mit Führung die Sehenswürdigkeiten und die Zeitgeschichte von Berlin vermitteln lassen. Besuche einer Kabarett-Revue und Gesellschaftsabende im Palais am Funkturm in Schöneberg gehörten ebenfalls zum Programm. Man war sich einig: „Berlin ist eine Reise wert.“

Das 25jährige Stiftungsfest am 15. Mai 1981 begann mit einem niveauvollen Heimatabend. Der Festgottesdienst am Samstag wurde vom Kirchenchor Lüxem unter der Leitung von Karl Kronauer mitgestaltet. Ein herzlicher Gruß galt dem Dirigenten Ernst Geyer, der nach langer Krankheit am Festkommers bei der Eröffnung den „Huldigungsmarsch“ dirigierte.

„Einen Kunstgenuss ganz besonderer Art“ (so der TV vom 24. März 1982) erlebten die Besucher des Kirchenkonzertes am Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche in Lüxem. 90 Mitwirkende von Kirchenchor Lüxem und Musikverein Lüxem boten eine glanzvolle Premiere. Das Konzert stand unter Leitung von Chorleiter Karl Kronauer und Kammermusiker Ernst Geyer. Die Zuhörer dankten den Mitwirkenden mit einem lang anhaltenden, herzlichen Applaus.

In der Einladung zum Adventskonzert, als gemeinsames Konzert von Kirchenchor und Musikverein in der Pfarrkirche Lüxem am 11. Dezember 1983, erging an die Eltern der Pfarrgemeinde folgender Aufruf: „Der Musikverein Lüxem beabsichtigt in Kürze nochmals, wie im Jahre 1970, ein geschlossenes Jugendorchester zu gründen. Wir laden Sie mit ihren Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 – 20 Jahren herzlich ein.“ Die Resonanz war höchst positiv.

Der TV schrieb im Dezember 1984:
„Der Musikverein Lüxem, der als Vorreiter der Nachwuchsausbildung im Kreismusikverband Bernkastel-Wittlich gilt, konnte im Frühjahr 1984 wieder 40 musikinteressierte Jugendliche als neue Jugendkapelle der Öffentlichkeit vorstellen.
Sicherlich trägt die Leistung der Seniorenkapelle mit ihrem bewährten Dirigenten Ernst Geyer dazu bei, dass es in Lüxem keine Nachwuchsprobleme gibt.“


Der Geschäftsbericht des Jahres 1985 bestätigte die rege Tätigkeit des Vereins: „So wurden im Jahre 1985 unter der musikalischen Leitung von Ernst Geyer 49 Musikproben durchgeführt. 29 Konzerte und Auftritte sind registriert und siebenmal wurde der Vorstand zur Sitzung einberufen. Der Verein zählt z. Zt. 242 Mitglieder, davon 86 aktive Musiker. Das Seniorenorchester ist mit 50 Musikern besetzt.“

An dem traditionellen Familienabend, der von der neu gegründeten Jugendkapelle eröffnet wurde, berichtete der 1. Vorsitzende über die bevorstehenden Aktivitäten im Jubiläumsjahr 1986.

Der Auftakt war das anspruchsvolle Konzert am 01. März 1986 im Atrium Wittlich. Zur Aufführung gelangten Werke v. Edvard Grieg, Antonin Dvorak, G. Bitzet, C. M. v. Weber, G. Verdi, Ralph Benatzky u. a. Das Konzert von hohem Niveau und mit Bravour vorgetragen, fand bei den Zuhörern eine uneingeschränkte Begeisterung. Als Vertreter der Stadt Wittlich betonte Wolfgang Friderichs: „Der Musikverein Lüxem ist seit 30 Jahren die kulturelle Säule im Leben des Wittlicher Stadtteiles Lüxem und hat zweifellos in den Reihen der Vereine eine dominierende Stellung.“

In der Chronik ist zu lesen: „Ein besonderer Höhepunkt war das große Jubiläumsfest im Jahre 1986, mit dem der Verein seinen 30. Geburtstag vom 25. – 28. Juli d. J. feierte. Fast eine ganze Woche lang wurde in Lüxem Blasmusik beinahe in Vollendung geboten, denn der Verein hatte nahezu alle Spitzenorchester zum Musizieren eingeladen.“

Das Fest begann am Freitag mit einem Heimatabend zu dem die Schülerkapelle des Klosters „Fidelen Musikanten aus St. Nikolaus Jüchen“ mit Uwe Barzen eingeladen waren. Es war eine ausgelassene Heiterkeit mit unserem Musikfreund „Unser Uwe“ und seinen Kollegen bis zum Anbruch des Tages.
Als besondere musikalische Unterhaltung konnten wir für die nächsten beiden Festtage das holländische Tanz- und Show-Orchester „Joe-Miller-Big-Band“ engagieren, die bereits zwei Jahre zuvor die Besucher in die richtige Zeltstimmung versetzt hatten.

Ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr war das festliche Kirchenkonzert mit 131 Akteuren.

Der TV schrieb in der Ausgabe vom 24./ 25./ 26. Dezember 1986:
„Mit einem festlichen Kirchenkonzert zur Weihnachtszeit und den glanzvollen Darbietungen in der Pfarrkirche beendete der Musikverein Lüxem am vierten Adventssonntag sein 30. Jubiläumsjahr. Gemeinsam mit dem Kirchenchor Lüxem (unter der Leitung von Franz-Josef Scherl) und dem Musikverein Lüxem (unter Leitung von Ernst Geyer), bot sich den Gästen in der gut besetzten Pfarrkirche ein anspruchsvolles, von hohem Niveau und Können getragenes Programm. Die Aufstellung der 86 aktiven Musikerinnen und Musiker sowie 45 Sängerinnen und Sänger im Altarraum der Pfarrkirche vermittelte ein imposantes und beeindruckendes Bild.“

Unvergesslich bleiben die Wunschkonzerte des Musikverein Lüxem, die in diesen Jahren traditionell am Kirmesmontag von den Gästen immer gerne angenommen wurden.

Im Rahmen der Begegnungen zwischen den Partnerschaftsstädten Wittlich – Brunoy unternahm der Musikverein Lüxem eine Konzertreise am 23. Mai 1987 dorthin. Der 1. Vorsitzende H. Hayer konnte mit dem Präsidenten des Freundschaftskreises Wittlich – Brunoy e.V., Heinrich Kasper, die Reise planen, die unter seiner kundigen Führung für alle Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis wurde.

Am 20. November 1987 hatte der amtierende erste Vorsitzende in der Generalversammlung nach 27 Jahren aus beruflichen Gründen auf seine Kandidatur verzichtet. Joachim Schiffer, der viele Jahre als zweiter Vorsitzender, guter Musiker und zuverlässiger Kollege im Vorstand dem Verein gedient hatte, stellte sich zur Wahl und wurde mit einem einstimmigen Ergebnis als neuer erster Vorsitzender des Musikvereins Lüxem 1956 gewählt.

Ende 1988 legte der langjährige, erfolgreiche und geschätzte Dirigent, Kammermusiker Ernst Geyer, sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Sein Name wird in der Geschichte des Musikverein Lüxem 1956 und darüber hinaus unvergessen bleiben.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass im Zeitraum dieses Rückblicks ca. 180 Jugendliche eine musikalische Ausbildung erhalten haben und damit eine stets sinnvolle Freizeitgestaltung erleben konnten.

Liebe Musikfreunde, wir alle verbinden damit die Hoffnung, dass die nachfolgende Generation, das hohe Kulturgut Musik im Sinne der Gründer des Musikvereins Lüxem 1956, zum Wohle unserer Dorfgemeinschaft erfolgreich weiterführen.


Hermann Hayer
Ehrenvorsitzender Musikverein Lüxem 1956 e.V.


PS.: Im vorgegebenen Zeitrahmen konnten im „Rückblick aus der Chronik“ nicht alle Erlebnisse, Ehrungen der Mitglieder, sowie freudige und traurige Ereignisse erfasst werden und bleiben dem Schreiber eines ergänzenden Berichts vorbehalten.

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